Pflege des Digitalen Musikarchivs

Es macht viel Spaß beim Musikhören durch die Albencover der Musiksammlung zu browsen und die Albencover umzudrehen, um die Rückseite zu betrachten oder die Liner-Notes zu studieren. Damit die Dinge auch alle so funktionieren, wie sie könnten, sollten Sie Ihrer digitale Musiksammlung ein Mindestmaß an Pflege angedeihen lassen – ähnlich, wie Sie früher auch Ihre Vinyl- oder CD-Sammlung gepflegt haben. Damit Sie das Optimum aus Ihrer wertvollen Musiksammlung heraus bekommen, haben wir für Sie hier ein paar Pflege-Tipps zusammen getragen:

I. Abspeichern und Benennen der Dateien:

Wie im heimischen Kleiderschrank, ist es auch im Musikarchiv leichter etwas zu finden, wenn man es aufgeräumt hält.

  1. Archivstruktur festlegen. Überlegen Sie sich eine Archivstruktur und legen Sie Ihre Musikdaten konsequent in dieser Struktur ab. Z.B. können Sie für jedes Album einen eigenen Ordner anlegen, komplett mit Musik-, CoverArt- und Liner-Notes-Dateien. Alle Alben/Ordner eines Künstlers legen Sie in einen übergeordneten Ordner für diesen Künstler an:
  2. Dateinamenstruktur vereinheitlichen. Obwohl es weniger wichtig ist, wie die Dateien benannt werden, da die Verwaltungssoftware nicht auf die Dateinamen zugreift (solange Metadaten verfügbar sind), ist es dennoch hilfreich, die Dateien konsistent zu benennen, z.B. in folgendem Format: „Künstler“ – „Album“ – „Titel“.
  3. Dateiduplikate bereinigen. Im Laufe der Zeit kommt es vor, dass man identische Musikdateien mehrfach im Musikarchiv hat. Z.B. Kauft man sich ein Greatest-Hits-Album eines Künstlers und etwas später vielleicht noch das eine oder andere einzelne Album des Künstlers, so dass man mache der Titel anschließend doppelt hat. Oder sie haben ein paar mp3-Dateien eines Künstlers und Kaufen sich später das Album als CD- oder HighRes-Download. Achten Sie darauf, dass Sie doppelt vorhandene Musikdateien löschen, es sei denn, dass Sie bewusst Vergleiche zwischen verschiedenen Versionen desselben Albums haben wollen, da Sie ansonsten unnötig Speicherplatz verbrauchen und in den Suchfunktionen zu Verwirrung führen können.
  4. CoverArt einrichten. Durch die Musiksammlung zu browsen macht nur halb so viel Spaß, wenn die CoverArt nicht richtig angezeigt wird. Die Software zeigt die CoverArt korrekt an, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllt. Damit die Software die CoverArt zur Anzeige identifizieren kann, sollten die entsprechenden Dateien im selben Ordner abgelegt sein, wie die dazugehörigen Musikdateien. Achten Sie auf folgende Bezeichnungskonvention (Groß-/Klein-Schreibung beachten):
    • Das Frontcoverbild wird als „Front.jpg“ benannt
    • Das Backcoverbild wird als „Back.jpg“ benannt
    • Die Liner-Notes-Datei wird als „Liner-Notes.pdf“ benannt

    Stellen Sie sicher, dass die Dateien den jeweiligen Dateiformaten entsprechen, d.h. die Bilder müssen *.jpg-Dateien sein und die Liner-Notes, *.pdf-Dateien. Die Dateien werden von den Downloadportalen im allgemeinen in diesen Dateiformaten geliefert. Allerdings wird die Bezeichnung sehr unterschiedlich gehandhabt, so dass Sie hier korrigierend eingreifen müssen.

II. Verwalten der Metadaten:

Die meisten Musikdateien haben sog. „Metadaten“ oder „Tags“. Manche sind sehr standardisiert (Mp3, Flac, AAC, ALAC, etc.) andere weniger (WAV). Das sind Daten über die jeweilige Musikdatei, die in der Datei selber abgespeichert werden. Diese Metadaten enthalten üblicherweise Informationen über:

  • Künstler
  • Album
  • Titel
  • Titelnummer
  • Genre
  • Datum
  • Kommentare
  • etc.

Musikdateien, die Sie von entsprechenden Downloadportalen herunterladen sind leider in sehr unterschiedlicher Qualität mit diesen Metadaten versehen. Da die Downloadportale die Dateien von den Musiklabel empfangen und diese nur weiterreichen, hängt die Qualität der Metadaten von der Sorgfalt der Labels ab. Die meisten Labels verwenden leider wenig Sorgfalt auf das „Tagging“ ihrer Musikdaten. Ein „Tagging-Service“ der Downloadportale wäre ein echter Mehrwert.

  1. Schreibweise vereinheitlichen. Ein Künstlername kann z.T. auf verschiedene Arten geschrieben werden. Der Name des beliebten Komponisten der russischen Romantik kommt u.a. in diesen Varianten vor:
    • Tschaikowsky, Peter
    • Tchaikowsky, Peter
    • Tchaikovsky, Peter
    • Tchaikovski, Piotr
    • Tchaikovskij, Piotr
    • Tsjaikovsky, Peter
    • Tchaikowsky, Pyotr
    • Tchaïkovski, Petr
    • Tchaïkovsky, Piotr
    • Tchaikofsky, Peter
    • Tschaijkowskij, Piotr
    • Tschaikowski, Peter
    • Chaykovskiy Pyotr
    • Ciaikovsky, Piotr
    • Ciaikovsky, Pjotr
    • Cajkovskij, Petr
    • Ciaikovskji, Piotr
    • Czajkowski, Piotr
    • etc.

    Entscheiden Sie sich für eine Schreibweise und benennen Sie alle Dateien von dem Komponisten entsprechend einheitlich, damit die Software die diversen Musikdateien immer demselben Künstlernamen zuordnen kann. Ansonsten haben Sie viele verschiedene Einträge unter „T“ und „C“ die alle eigentlich zur selben Person gehören, was Ihnen das suchen und finden bestimmter Musikstück erheblich erschweren würde.

  2. Metadaten vervollständigen. Je vollständiger die Metadaten ausgefüllt sind, umso mehr Informationen stehen Ihnen anschließend beim Anhören zur Verfügung, bzw. erlauben Ihnen umso feinere Suchkriterieneingaben. Also, wenn möglich füllen Sie alle Felder aus. Gute Informationen zu Künstlern und Alben gibt es in vielen Onlinedatenbanken (z.B., Wikipedia, Discogs, freedb etc.)